Ausdauer
Aerobic Base
Die Grundlagenausdauer — Trainings im niedrig-intensiven Bereich (Zone 1–2, unterhalb LT1). Trainiert primär oxidative Muskelfasern, Mitochondrien-Dichte und Fettstoffwechsel. Basis jedes seriösen Ausdauerprogramms.
Empfehlung: 80 % des Trainingsvolumens in Aerobic Base (Polarized Training, Seiler 2010). Anhand der Atmung: Du solltest noch Sätze sprechen können. HF: ~60–75 % von HFmax. Aufbau: 6–12 Wochen, bevor intensiver Intervalle dazukommen.
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Ausdauer
Anaerobe Schwelle (LT2)
Höchste Belastungsintensität, die noch im aerob-anaeroben Gleichgewicht durchhaltbar ist — also ohne dass Laktat exponentiell ansteigt. Entspricht meist 4 mmol/L Laktat (klassische LT2-Definition).
Bedeutung: Marathon-Renntempo, FTP beim Radfahren. Stärker korreliert mit Marathon-Leistung als VO2max. Verbesserbar durch hochintensives Tempo-Training, Schwellen-Intervalle, polarisiertes Training. Gemessen via Laktatstufentest oder Spiroergometrie.
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Sicherheit
Belastungs-EKG
EKG-Aufzeichnung während stufenweiser Belastung am Laufband/Ergometer. Erkennt Belastungs-Ischämien (Durchblutungsstörungen am Herz), Rhythmusstörungen unter Belastung, Belastbarkeitsgrenzen.
Empfehlung: Vor Aufnahme intensiven Trainings, ab 40 J. oder bei Risikoprofil sinnvoll. In CH durchgeführt von Sportmedizinern, Kardiologen, Sportkliniken. Oft Teil der Spiroergometrie. Kosten: CHF 200–400, mit Indikation krankenkassenpflichtig.
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Composition
Body Composition für Sportler
Bei Athleten weniger Fokus auf Gesamt-Fettanteil, mehr auf Lean Mass und VAT. DEXA-Scan ist Goldstandard, BIA-Waagen für Verlauf. Wichtig: Performance-Composition ≠ ästhetische Composition.
Werte: Männliche Ausdauerathleten 6–13 % Körperfett, Kraftsport 10–18 %. Bei Frauen entsprechend höher. FFMI > 20 ist gut trainiert — > 25 (natural) sehr selten. Mehr im Sub-Hub DEXA.
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Kraft
Bosco-Test
Vertikale Sprungtest-Batterie zur Beurteilung von Kraft, Schnellkraft und Schnellkraft-Ausdauer. Misst Squat Jump, Counter-Movement Jump (CMJ) und kontinuierliche Sprünge (15–60 s). Standard im Spitzensport.
Anwendung: Schnellkraft-Diagnose bei Sprung-, Wurf- und Sprintsportlern. Verlaufsmessung nach Verletzung. Verhältnis SJ/CMJ zeigt elastische Kraftnutzung. Gemessen mit Kontaktmatte oder Optojump-Systemen.
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Power
FTP (Functional Threshold Power)
Maximale Leistung, die ein Radfahrer eine Stunde lang konstant halten kann — in Watt. Aus 20-Min.-Test x 0,95 schätzbar oder direkt 60-Min.-Maximaltest. Beim Laufen analog: MAS (Maximum Aerobic Speed) oder Stryd Critical Power.
Praxis: Basis für Coggan-Trainingszonen 1–7. Verbesserungspotenzial: 5–20 % pro Saison bei Trainierten. Verlauf alle 4–8 Wochen testen. Werte: Hobby 2–3 W/kg, gut trainiert 4–5 W/kg, Elite > 5 W/kg.
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Tools
Garmin Lactate / Wearables
Garmin-Geräte schätzen Laktatschwelle indirekt über HF-Pace-Verhältnis und Stryd-Daten. Premium-Modelle (Forerunner 965, Fenix 8) liefern brauchbare Annäherungen — aber kein Ersatz für direkte Laktat-Messung im Labor.
Praxis: Für Hobby- und Mittel-Athleten oft ausreichend. Kombiniert mit Stryd Pod beim Laufen sehr stark. Für ernsthafte Wettkampfvorbereitung: 1× Lab-Test pro Jahr als „Wahrheit", Garmin für Trends.
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Regeneration
HRV (Heart Rate Variability)
Variabilität der Zeit zwischen einzelnen Herzschlägen — sensibler Marker für autonome Nervensystem-Balance. Hohe HRV = gut erholt, niedrige HRV = Stress/Übertraining/Krankheit. Trendgrösse, individuelle Baseline wichtig.
Messung: Morgens nach dem Aufwachen (im Liegen) für 1–3 Min. mit Brustgurt + App (HRV4Training, EliteHRV, Garmin Body Battery). Standardmetrik: RMSSD. Tagestrends zeigen Trainings-Reaktion früher als Performance-Werte.
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Sicherheit
Tisch-Kipp-Test (Tilt Table Test)
Diagnostischer Test bei wiederholten Synkopen (Ohnmachten) oder posturalem orthostatischem Tachykardie-Syndrom (POTS). Patient wird vom Liegen schnell aufgerichtet, Blutdruck und Puls werden kontinuierlich überwacht.
Anwendung: Eher in der Kardiologie als in der Sportmedizin, aber relevant bei Sportlern mit unklarer Synkopen-Vorgeschichte oder POTS-Symptomatik. Durchgeführt an Universitätsspitälern (USZ, Inselspital).
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Ausdauer
Laktatschwelle LT1 / LT2
Zwei Punkte auf der Laktatkurve, gemessen via Stufentest auf Laufband/Ergometer. LT1 (aerobe Schwelle, ~2 mmol/L): Übergang vom Grundlagen- zum mittleren Bereich. LT2 (anaerobe Schwelle, ~4 mmol/L): Maximum für aerob-anaeroben Gleichgewicht.
Praxis: Faude et al. (Sports Med 2009) zeigen: LT-Schwellen sind präziser als reine Pulszonen. Trainings-Steuerung: 80 % Volumen unter LT1, 20 % über LT2 (polarisiert, Seiler 2010). Lab-Test gibt persönliche Schwellen-Pulse + Wattzahlen.
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Performance
Marathon-Ratio
Verhältnis von Marathon-Pace zu Geschwindigkeit an der LT2-Schwelle (vMaxLac). Elite-Marathonläufer laufen Marathon mit ~96–98 % ihrer LT2-Geschwindigkeit, Hobby-Läufer eher mit 88–92 %.
Anwendung: Diagnostiziert, ob du eher zu schnell startest (Limiter: Glykogen) oder zu konservativ läufst (Potenzial nicht ausgeschöpft). Verbesserung über lange Tempoläufe und Marathon-spezifisches Training (z. B. Block-Periodisierung).
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Performance
MAS (Maximum Aerobic Speed)
Geschwindigkeit, bei der VO2max gerade erreicht wird — Lauf-Pendant zum FTP. Misst Tempo-Potential bei maximaler aerober Kapazität. Wichtig für Mittelstrecke und VO2max-Intervalle.
Messung: 1.500-m-Maximaltest oder 5-Min.-Maximaltest (Stryd Critical Power). Trainingsintervalle bei 95–110 % vMAS sind klassische VO2max-Workouts (z. B. 5 × 1.000 m). Verbesserung: 5–15 % pro Saison realistisch.
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Kraft
Maximalkraft (1RM)
Höchstes Gewicht, das man einmal mit korrekter Technik bewegen kann (One-Repetition Maximum). Goldstandard zur Krafttesteinschätzung. Wird via 3-RM- oder 5-RM-Test indirekt geschätzt (Brzycki-Formel u. a.).
Praxis: Krafttraining wird in % vom 1RM programmiert (Maximalkraft 85–100 %, Hypertrophie 65–85 %, Kraftausdauer < 65 %). Test alle 8–12 Wochen für Verlauf. Wichtig: nur mit Erfahrung + Spotter testen, Verletzungsrisiko bei echten 1RM.
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Training
Periodisierung
Systematische Variation von Trainingsbelastung und -inhalt über Wochen, Monate und Jahre. Klassiker: Matwejew (linear), neuer: Block-Periodisierung (Issurin), Wave-Periodisierung. Ziel: Form-Peaking zum Wettkampf.
Praxis: Makrozyklus (Saison), Mesozyklen (4–8 Wochen), Mikrozyklen (1 Woche). Belastung steigt 3 Wochen, dann 1 Woche Tapering. Bei Hobby-Athleten oft vereinfacht via Trainings-Apps (TrainerRoad, Joe Friel, VeloViewer).
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Tools
Polar V800 / Vantage
Polar als Pionier moderner Pulsuhren — Marken-Geräte mit besonderer Stärke bei HRV-Messung und Trainingsanalyse. V800 wurde mit Polar Flow als Forschungs-Tool genutzt; Nachfolger ist die Polar Vantage V3.
Stärken: Sehr präzise Brustgurt-Daten, ausführliche HRV-Reports, Recovery-Pro-Modul. Schwächen gegenüber Garmin: kleineres Ökosystem, weniger Apps. Für reine Performance-Diagnostik beim Hobby- und Mittel-Athleten sehr gut.
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Training
Polarized Training
Trainingsverteilung 80/20 — 80 % unter LT1 (sehr locker), 20 % über LT2 (sehr hart), wenig mittlere Intensität. Seiler (Int J Sports Physiol Perform 2010) zeigte: Top-Elite-Athleten trainieren im Schnitt genau so.
Praxis: Gegensatz zu klassischem „Schwellen-Lastig" (viel Z3-Tempo). Für die meisten Hobby-Athleten ist die Disziplin, locker zu trainieren, der grösste Sprung. HF-Limit bei lockeren Einheiten klar einhalten — auch wenn das Tempo „zu langsam" wirkt.
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Regeneration
Ruhepuls
Herzfrequenz im völligen Ruhezustand — idealerweise morgens direkt nach dem Aufwachen, vor dem Aufstehen. Indikator für Trainingszustand und Erholung.
Werte: Untrainierte 60–80 bpm, gut Ausdauer-trainiert 40–60 bpm, Elite-Ausdauer < 40. Anstieg um 5–10 bpm gegenüber Baseline: Hinweis auf Krankheit, Übertraining oder schlechte Erholung. HRV ist sensibler, Ruhepuls einfacher zu messen.
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Methodik
Spiroergometrie
Stufenweise Belastung am Ergometer/Laufband mit gleichzeitiger Atemgas-Analyse. Misst VO2max direkt aus O₂-Aufnahme und CO₂-Abgabe — Goldstandard der Leistungsdiagnostik.
Ablauf: Maske über Mund und Nase, Stufenweise Steigerung bis Belastungsabbruch (~12–20 Min.). Liefert: VO2max, AT (Anaerobe Schwelle), maximale Leistung, Atemreserve. In CH bei Sportmedizinern, Hirslanden, Medbase, Universitätskliniken. Kosten CHF 250–500.
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Tools
Stryd Power Meter
Lauf-Powermeter — kleiner Pod am Schuh. Misst Lauf-Leistung in Watt (analog zum Rad-Powermeter), unabhängig von HF, Steigung oder Wind. Liefert Critical Power, Form Power, Vertical Oscillation u. a.
Praxis: Erlaubt Power-basiertes Lauftraining (statt Pace bei wechselndem Gelände). Ideal für Trail- und Marathonläufer. Critical Power-Test (3-Min.-Maximum + 9 Min. Erholung + 3-Min.-Maximum) liefert MAS-Äquivalent. Kosten ~CHF 250.
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Training
Trainings-Zonen (1–5)
Coggan-System (5 Zonen) oder klassisch 3-Zonen-Modell von Seiler. Zonen werden anhand von HF, Power oder Laktatschwelle definiert: Z1 (Regeneration), Z2 (Aerobic Base/LT1), Z3 (Tempo), Z4 (LT2/Threshold), Z5 (VO2max-Intervalle).
Praxis: Saubere Zonen-Definition setzt Spiroergometrie oder Laktattest voraus — geschätzte HF-Zonen aus Maximalpuls sind oft 10–20 bpm daneben. Bei Polar/Garmin: Zonen manuell setzen, nicht den 220-minus-Alter-Standard nutzen.
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Ausdauer
VO2max
Maximale Sauerstoff-Aufnahme pro Minute pro Kilogramm Körpergewicht (ml/min/kg). Wichtigster Marker für Ausdauerleistungsfähigkeit. Mandsager et al. (JAMA Netw Open 2018) zeigten: VO2max ist neben Rauchen der stärkste Mortalitäts-Prädiktor.
Werte: Untrainiert (M/F) 35/30 ml/min/kg, gut trainiert 55/45, Elite-Ausdauer > 70/60. Trainierbar um 10–20 % bei Gesunden, individuelle genetische Obergrenze. Beste Methode: HIIT (Norwegian-Style 4×4-Minuten-Intervalle).
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Anaerob
Wingate-Test
30-Sekunden-Maximaltest am Ergometer mit hohem Widerstand — misst anaerobe Leistung und Kapazität. Klassiker der Sportdiagnostik seit den 1970ern (Wingate-Institut, Israel).
Praxis: Liefert Peak Power, Mean Power, Fatigue Index. Wichtig im Sprint-, Mannschaftssport und für anaerobe Schwelle. Sehr intensiv — Sportmedizin-Setting mit Begleitung empfohlen. Verbesserung durch Sprint-Intervalle (z. B. 6 × 30 s All-Out).
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