Herz-Kreislauf
ApoB (Apolipoprotein B)
Bester Einzelwert für Herz-Kreislauf-Risiko. Misst die Anzahl atherogener Lipoprotein-Partikel im Blut — direkter Treiber für Plaque-Bildung in Arterien. Wird in CH zunehmend Standard, ist aber noch nicht in jedem Hausarzt-Panel.
Optimal-Werte: < 0,9 g/L (Longevity-Ziel), Hochrisiko > 1,3 g/L. Sniderman et al. (JAMA Cardiol 2019) zeigten: ApoB sagt Herzinfarkt-Risiko besser voraus als das klassische LDL. Wer LDL-Werte hat: ApoB zusätzlich anfordern, kostet nur CHF 30–50 extra.
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Leber
ALAT / ASAT (Leberwerte)
Leber-Enzyme, die bei Zellschäden ins Blut austreten. ALAT (ALT) ist spezifischer für Leberschäden, ASAT (AST) reagiert auch auf Muskel- und Herzgewebe. Standard in jedem Hausarzt-Bluttest.
Optimal: ALAT < 30 U/L (Frauen), < 40 U/L (Männer). Erhöht bei: Fettleber (NAFLD — in CH bei 25 % der Erwachsenen), Alkohol, Hepatitis, manchen Medikamenten. Frühe Fettleber ist reversibel über Gewichtsabnahme und Bewegung.
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Vitamine
Vitamin B12 (Cobalamin)
Essentielles Vitamin für Nervensystem, Blutbildung und DNA-Synthese. Kommt fast ausschliesslich in tierischen Lebensmitteln vor — Vegetarier/Veganer haben hohes Mangelrisiko. Auch Ältere und Magensäure-Hemmer-Nutzer betroffen.
Optimal: > 400 pmol/L (sensitiv: Holo-Transcobalamin). Mangel kann jahrelang unbemerkt sein und bleibende Nervenschäden verursachen. Empfehlung Veganer: 250–1000 µg pro Woche oral, jährlicher Blut-Check.
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Basis
Blutbild (kleines/grosses)
Standard-Bestandteil jedes Bluttests. Kleines Blutbild: Erythrozyten (rote Blutk.), Hämoglobin, Hämatokrit, Leukozyten (weisse), Thrombozyten. Grosses Blutbild: + Differenzierung der Leukozyten (Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile, Basophile).
Wichtig für: Anämie-Diagnostik, Infekt-Verdacht, Entzündungs-Screening, Verdacht auf hämatologische Erkrankungen. Kosten: über Hausarzt CHF 20–50, privat CHF 60–120. Oft erste Stufe der Diagnose.
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Entzündung
hsCRP (hochsensitives C-reaktives Protein)
Sensitiver Marker für stille systemische Entzündung. Klassisches CRP misst akute Entzündung, hsCRP zusätzlich niedriggradige chronische Inflammation — wichtig für Herz-Kreislauf-Risiko-Stratifikation.
Optimal: < 1 mg/L (niedriges Risiko), 1–3 mg/L mittel, > 3 mg/L hoch (Ridker, NEJM 2002). Bei akuten Infekten kurzzeitig stark erhöht — nicht aussagekräftig. Misst im stabilen Zustand. Senkbar über: Gewichtsabnahme, Bewegung, Omega-3, mediterrane Ernährung.
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Niere
Kreatinin & eGFR
Marker für Nierenfunktion. Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels — wird über die Niere ausgeschieden. Aus dem Kreatinin-Wert wird die eGFR (estimated Glomerular Filtration Rate) berechnet — das Mass für Filtrationsleistung.
Optimal: eGFR > 90 ml/min/1,73 m² (Stufe 1). Stufe 2 (60–89) altersbedingt häufig. Erhöhtes Kreatinin bei: Muskelaufbau (falsch positiv), Niereninsuffizienz, Dehydratation. Vor allem bei Diabetes und Hypertonie 1×/Jahr kontrollieren.
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Eisen
Ferritin (Eisenspeicher)
Speicherform von Eisen in der Leber. Wichtigster Marker für Eisenstatus — sagt mehr aus als Serum-Eisen, das stark schwankt. Niedrig: Eisenmangel (häufig bei Frauen, Veganern, Ausdauersportlern). Hoch: Hämochromatose, Entzündung, Fettleber.
Optimal: Frauen 40–150 µg/L, Männer 60–300 µg/L. Sport-Optimum: > 50 µg/L. Werte < 30 µg/L: klarer Mangel — Müdigkeit, Brain-Fog, Haarausfall. Bei Mangel: Eisen oral (Eisenglycinat besser verträglich) oder bei schwerem Mangel Infusion (Ferinject).
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Stoffwechsel
HbA1c (Langzeit-Blutzucker)
Glykiertes Hämoglobin — 3-Monats-Durchschnitt deines Blutzuckers. Zeigt, ob du dauerhaft erhöhte Glukose hast, unabhängig von der letzten Mahlzeit. Wichtigster Diabetes-Screening-Marker.
Optimal: < 5,4 % (Longevity-Ziel), normal bis 5,6 %, Prädiabetes 5,7–6,4 %, Diabetes > 6,5 %. Senkbar durch: Gewichtsabnahme, Kohlenhydrat-Reduktion, Bewegung, Krafttraining (Muskel als Glukose-Sink). Ab 40 jährlich messen.
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Lipide
HDL-Cholesterin
„Gutes" Cholesterin — transportiert Cholesterin zurück zur Leber. Höhere Werte gelten lange als schützend für Herz-Kreislauf-System. Neue Studien zeigen: zu hohe Werte (> 2,5 mmol/L) sind auch problematisch (J-förmige Kurve).
Optimal: Männer 1,0–2,0 mmol/L, Frauen 1,3–2,2 mmol/L. Erhöhung durch: Ausdauersport, Olivenöl, mässig Alkohol, Aufgabe des Rauchens. Niedriges HDL ist eher ein Marker für andere Probleme (Insulinresistenz) als selbst die Ursache.
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Gefässe
Homocystein
Aminosäure, deren erhöhte Werte das Risiko für Gefässerkrankungen und Demenz erhöhen. Wird aus Methionin gebildet und über B-Vitamine (B6, B9, B12) abgebaut. Mangel an diesen Vitaminen → Homocystein-Anstieg.
Optimal: < 10 µmol/L. Werte > 15 µmol/L verdoppeln das Schlaganfall-Risiko. Senkung durch: B12, Folsäure, B6 (in CH oft als „Methyl-B-Komplex"). Besonders wichtig bei MTHFR-Mutation (genetisch). Häufig bei Veganern und Älteren erhöht.
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Stoffwechsel
Insulin (nüchtern) & HOMA-IR
Insulin nüchtern misst die Insulin-Konzentration im Blut nach 8 h Fasten. Erhöhte Werte zeigen Insulin-Resistenz — der Körper braucht mehr Insulin, um den Blutzucker zu kontrollieren. Vorstufe zu Diabetes.
HOMA-IR kombiniert Nüchtern-Insulin und Nüchtern-Glukose: optimaler Wert < 1,5. Insulin nüchtern optimal: < 8 µU/ml. Verbesserung durch Gewichtsabnahme, Krafttraining, weniger Kohlenhydrate. Sensibler Frühindikator als HbA1c — entdeckt Insulin-Resistenz Jahre früher.
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Lipide
LDL-Cholesterin
„Schlechtes" Cholesterin — transportiert Cholesterin von der Leber zu den Geweben. Wichtigster konventioneller Marker für Herz-Kreislauf-Risiko. Wird in Standard-Lipidprofilen gemessen — neueres ApoB ist genauer.
Optimal: < 3,0 mmol/L (gesund), < 1,8 mmol/L bei Hochrisiko-Patienten oder nach Infarkt. Senkbar durch: Mediterrane Ernährung, Statine, PCSK9-Hemmer. Bei sehr hohen Werten (> 5 mmol/L): familiäre Hypercholesterinämie ausschliessen.
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Herz-Kreislauf
Lp(a) — Lipoprotein (a)
Genetisch festgelegtes Lipoprotein mit erhöhtem atherogenem Potential. Wird über das ganze Leben kaum durch Lifestyle beeinflusst — wer hoch geboren ist, bleibt hoch. Bei 20 % der Bevölkerung erhöht.
Empfehlung: 1× im Leben messen lassen. Optimal: < 30 nmol/L. Über 50 nmol/L: erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko, dann andere Risikofaktoren (LDL, Blutdruck) besonders streng managen. Aspuria und Synlab bieten Lp(a) in Premium-Panels.
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Mineralien
Magnesium (Serum)
Essentielles Mineral für über 300 Enzymreaktionen. Wichtig für Muskelfunktion, Nervensystem, Knochen, Blutdruck und Schlaf. Serum-Magnesium ist nur eingeschränkt aussagekräftig — der Wert kann normal sein bei intrazellulärem Mangel.
Optimal: 0,85–1,1 mmol/L. Genauer: Magnesium im Vollblut oder Erythrozyten (RBC-Mg). Mangel führt zu: Wadenkrämpfen, Schlafstörungen, Migräne, hohem Blutdruck. Supplementation: 300–400 mg Magnesium-Glycinat oder -Citrat (besser verträglich als Oxid).
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Fettsäuren
Omega-3-Index
Anteil von EPA + DHA an den Erythrozyten-Fettsäuren. Bester Marker für den langfristigen Omega-3-Status — präziser als Plasma- oder Serum-Werte. In CH zunehmend verfügbar (Aspuria, Medisyn).
Optimal: > 8 %. In Mitteleuropa Durchschnitt: 4–6 %. Werte < 4 %: deutlich erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko (Harris & von Schacky, Prev Med 2004). Verbesserung durch: 2 Portionen fetten Fisch/Woche oder 2 g Algenöl/Fischöl pro Tag.
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Prostata
PSA (Prostata-spezifisches Antigen)
Screening-Marker für Prostata-Erkrankungen. Wird ab 50 oft kontrolliert. Aber: kontrovers, weil viele falsch-positive Befunde zu Überdiagnose führen. Aktuelle CH-Empfehlung: nicht routinemässig, sondern nach individueller Risiko-Beratung.
Referenz: altersabhängig — bis 50 < 2,5 ng/ml, 50–60 < 3,5, 60–70 < 4,5. Wichtiger als Einzelwert: Verlauf. Steigerung > 0,75 ng/ml/Jahr: weiter abklären. PSA-frei/-Quotient hilft bei Differenzierung.
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Methodik
Referenzwerte vs. Optimal-Werte
„Normal" ist nicht „optimal". Referenz-Bereiche eines Labors zeigen das mittlere 95 % der Bevölkerung — wenn die Bevölkerung im Schnitt suboptimal ist (z. B. zu viel Bauchfett, zu wenig Bewegung), sind die Referenzen entsprechend zu weit.
Beispiele: TSH-Referenz 0,3–4,2 mIU/L, aber Symptom-arm liegt meist bei 1–2. Vitamin-D-Referenz „> 50 nmol/L", optimal aber 75–125. Bei Befund-Besprechung immer fragen: Was sind die Longevity-/Optimal-Werte, nicht nur der Referenzbereich?
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Qualität
STS-Akkreditierung
Schweizerische Akkreditierungsstelle — vergibt das Qualitäts-Label „SCS" (Swiss Calibration Service) bzw. „STS" für medizinische Labors. Erfüllt internationale Norm ISO 15189 für medizinische Labors.
Bedeutet: konstante Mess-Qualität, regelmässige externe Audits, klare Referenzwerte und Verfahren. In CH sind die grossen Labore (Synlab, Viollier, Unilabs, Medisyn) STS-akkreditiert. Heim-Tests aus dem Ausland sind oft nicht akkreditiert — Resultate vorsichtig interpretieren.
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Hormone
Testosteron (Gesamt + frei)
Wichtigstes männliches Sexualhormon (auch bei Frauen relevant, 5–10 % der Männer-Werte). Steuert: Muskelmasse, Libido, Knochendichte, Stimmung, Energie. Mehr Details im Sub-Hub Hormone.
Optimal Männer: Gesamt-Testo 15–30 nmol/L, freies Testo 250–600 pmol/L. Sinkt ab 30 jährlich um 1 %. Niedrigwerte (Hypogonadismus) führen zu Müdigkeit, niedriger Libido, Muskelverlust. Wichtig: morgens nüchtern messen — Tagesschwankungen bis 40 %.
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Schilddrüse
TSH, fT3, fT4 (Schilddrüse)
TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) ist der wichtigste Screening-Marker für Schilddrüsen-Funktion. Bei Auffälligkeit ergänzt mit freiem T3 (aktives Hormon) und freiem T4 (Speicher-Hormon).
TSH-Referenz: 0,3–4,2 mIU/L. Longevity-optimal: 1–2 mIU/L. Erhöhter TSH = Schilddrüsen-Unterfunktion (Müdigkeit, Gewichtszunahme, Frieren). Niedriger TSH = Überfunktion (Herzrasen, Gewichtsverlust, Unruhe). Bei Hashimoto: Anti-TPO-Antikörper zusätzlich testen.
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Lipide
Triglyceride
Wichtigste Speicherform von Fett im Körper. Erhöhte Werte sind ein starker Hinweis auf Insulin-Resistenz und metabolisches Syndrom — oft wichtiger als isoliertes LDL. Sehr empfindlich auf Lifestyle-Massnahmen.
Optimal: < 1,0 mmol/L (nüchtern). Werte > 1,7 mmol/L: erhöhtes Risiko. Triglyceride-zu-HDL-Quotient < 1,5 ist optimal — guter Surrogat-Marker für Insulin-Resistenz. Senkung durch: Kohlenhydrat-Reduktion, Omega-3, Alkoholverzicht, Gewichtsabnahme.
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Vitamine
Vitamin D (25-OH)
„Sonnen-Vitamin" — entsteht in der Haut durch UVB-Strahlung. In der Schweiz haben 60 % im Winter zu niedrige Werte (BAG). Wichtig für: Knochen (Calcium-Aufnahme), Immunsystem, Muskeln, Stimmung. Gemessen als 25-Hydroxy-Vitamin D im Blut.
Optimal: 75–125 nmol/L. Mangel < 50 nmol/L, schwerer Mangel < 25. Supplementation: 1.000–2.000 IE pro Tag in den Wintermonaten (Okt–Apr). Bei schwerem Mangel: höhere Aufsättigungsdosis kurzfristig. Wert ist langlebig — nicht jeden Monat messen, sondern 1× pro Jahr.
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Mineralien
Zink
Spurenelement für Immunsystem, Wundheilung, Testosteron-Synthese und über 300 Enzyme. Mangel relativ häufig bei: Veganern, Männern mit niedriger Libido, Älteren, Ausdauersportlern (Verlust über Schweiss).
Optimal Serum: 12–17 µmol/L. Genauer: Vollblut-Zink. Bei Mangel: 15–25 mg Zink-Bisglycinat oral, nüchtern. Vorsicht mit Dauerhochdosen (> 40 mg) — können Kupfer-Spiegel senken. Quellen: Austern, Rindfleisch, Kürbiskerne, Cashews.
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