Wertung
Altersklassen (AK / Age Group)
Wertungsgruppen nach Geburtsjahr, meist in 5-Jahres-Schritten (M30–34, M35–39 …, W30–34, W35–39 …). Bei Marathon, Triathlon, Trail-Race standard. Für Hobby-Athleten oft realistischer als Gesamtwertung.
Sieg in der AK kann zu Qualifikationen führen: Ironman-AK-Sieger erhalten oft Kona-Slots, AK-Top-3 bei Trail-Races qualifiziert für UTMB. Den AK-Schnitt deiner Klasse vorher googeln, um realistische Ziele zu setzen.
Verwandte Begriffe
Logistik
Anmeldungs-Phasen
Die meisten grossen Events öffnen die Anmeldung 6–12 Monate vorher. Beliebte Schweizer Events sind in Stunden ausverkauft (Engadin Skimarathon, Patrouille des Glaciers). Andere haben Lotterieverfahren (UTMB, Boston, Berlin Marathon).
Preis-Staffelung: Early-Bird (oft −30 %), Standard, Last-Minute (+50 %). Tipp: Newsletter der Veranstalter abonnieren — verpasste Öffnungs-Termine lassen sich schwer nachholen. Beim Zürich Marathon: Anmeldung im Oktober für April.
Verwandte Begriffe
Qualifikation
Boston-Qualifier (BQ)
Der Boston Marathon ist das einzige Marathon-Race der Welt mit echter Zeit-Qualifikation. Du musst eine Boston-Qualifying-Time in deiner Altersklasse in einem zertifizierten Marathon erreichen — und selbst dann wird oft nur die schnellste Hälfte aufgenommen.
Aktuelle BQ-Zeiten (Beispiele für 2027): M18–34 = 3:00 h, M40–44 = 3:10 h, W18–34 = 3:30 h, W40–44 = 3:40 h. Bewerbungsphase ist im September für April. Wer realistisch hin will, plant mehrere Versuche.
Verwandte Begriffe
Ernährung
Bonk / Hungerast
Plötzliches Leistungstief durch leeren Glykogen-Speicher. Tritt typischerweise nach 60–90 min Belastung >70 % VO₂max auf, wenn keine Kohlenhydrate zugeführt werden. Symptome: Schwindel, Heisshunger, „Beton-Beine", Zittern.
Prävention: 60–90 g Kohlenhydrate pro Stunde ab Minute 30 — Gels, Riegel, Iso-Drink, Cola. Niemals erst essen, wenn der Hunger kommt: dann ist es zu spät. Im Training Verpflegungs-Strategie 6–8 Wochen vorher testen.
Verwandte Begriffe
Regelwerk
Cut-Off-Zeit
Maximal-Zeit, in der du das Ziel erreichen musst, sonst wirst du aus dem Rennen genommen. Wichtig bei: UTMB (46:30 h für 171 km), Ironman (17:00 h), Patrouille des Glaciers (Z1 12 h, Z2 21 h), Eiger Ultra (29 h für 101 km).
Bei den meisten Top-Events gibt es Zwischen-Cutoffs bei wichtigen Checkpoints. Wer nicht schnell genug ist, scheidet schon vor dem Ziel aus. Beim Race-Day-Plan immer ein Zeit-Polster von 30+ min zum Cutoff einplanen.
Verwandte Begriffe
Ernährung
Carbo-Loading (Kohlenhydrat-Aufladung)
Glykogen-Speicher gezielt füllen in den 1–3 Tagen vor dem Wettkampf. 7–10 g Kohlenhydrate pro kg Körpergewicht pro Tag, fettarm. Studien (Bergström 1967) zeigen: füllt Glykogen-Speicher von 350 g auf bis zu 700 g.
Praxis: Pasta-Party-Klischee, aber Reis, Kartoffeln, Brot, Bananen, Reiskuchen tun's auch. Wichtig: Nichts Neues vor dem Rennen testen. Was du beim Carbo-Loading isst, hast du im Training schon getestet.
Verwandte Begriffe
Wertung
Chip-Zeit vs. Brutto-Zeit
Brutto-Zeit: ab Schuss bis ins Ziel. Bei grossen Marathons kann der Start 5–15 min nach dem Schuss erfolgen — wer hinten steht, verliert Brutto-Zeit. Chip-Zeit (Netto): ab Überquerung der Startlinie. Für persönliche Bestzeit zählt nur Chip-Zeit.
Für Qualifikationen (Boston, Berlin) zählt meist die Chip-Zeit. Für AK-Wertungen und Treppchen oft die Brutto-Zeit — wer Podium-Chancen hat, sollte vorn starten.
Verwandte Begriffe
Regelwerk
DNF / DNS / DSQ
DNF (Did Not Finish): Rennen begonnen, aber nicht beendet. DNS (Did Not Start): angemeldet, aber nicht gestartet. DSQ (Disqualified): wegen Regelverstoss disqualifiziert.
DNF ist KEINE Schande — bei Ultra-Distanzen DNF-Quoten von 25–50 % normal. Ehrenhafter DNF (Sturz, Wetterumschwung, körperliche Grenze): besser als ein Klinik-Aufenthalt. UTMB-Statistik: 30 % DNF, davon ein Drittel wegen Magen-Problemen.
Verwandte Begriffe
Logistik
Drop-Bag
Tasche, die du an einer bestimmten Verpflegungsstation deponierst. Üblich bei Ultra-Trails (UTMB, Eiger Ultra) und Hochgebirgs-Events. Enthält: Wechsel-Shirt, neue Socken, zusätzliche Verpflegung, ggf. Stirnlampe für Nacht-Etappen.
Anmelden, klar beschriften (Startnummer + Station), nicht überpacken. Wird vom Veranstalter zur Station transportiert. Tipp: zwei dünne Schichten statt einer dicken — Du weisst beim Loslaufen oft nicht, wie das Wetter in 6 h ist.
Verwandte Begriffe
Wertung
Elite-Block / Elite-Wave
Vorderer Startblock für Lizenz-Athleten und Sub-Elite-Läufer. Wer eine bestimmte Vorleistung nachweisen kann (z. B. Marathon < 2:30 h für Männer), darf vorn starten — kein Drängeln am Start, Brutto = Netto.
Schweizer Marathons: meist Elite-Block mit M sub-2:50 / W sub-3:20. Trail-Races: Elite-Block oft nach UTMB-Index oder Vorjahres-Resultaten. Anmeldung über separates Formular mit Performance-Nachweis.
Verwandte Begriffe
Logistik
Expo / Race-Kit-Ausgabe
Vorab-Ausstellung mit Startnummer-Ausgabe, meist 1–3 Tage vor dem Rennen. Hier gibt's Startnummer, Chip, T-Shirt, Marathon-Tasche, Pasta-Gutscheine, Sponsoren-Stände. Manchmal Pflicht-Briefing.
Tipp: Expo am Tag VOR dem Rennen besuchen, nicht Race-Morning — Schlangen und Stress nicht förderlich. Bei den meisten Events kann jemand anderes die Startnummer mit Vollmacht abholen. Race-Day-Logistik vorher durchspielen.
Verwandte Begriffe
Qualifikation
Kona-Slot (Ironman Hawaii)
Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft in Kailua-Kona, Hawaii (Profi-Männer) bzw. Nizza (Frauen ab 2024). Auf jedem Vollen Ironman gibt es eine bestimmte Anzahl Age-Group-Slots, meist 1–3 pro AK.
Wer in seiner AK einen Top-Platz erreicht und am nächsten Tag im „Slot Allocation"-Meeting den Slot annimmt, ist qualifiziert. Slot-Gebühr: USD 950. Reise + Akklimatisation + Material: insgesamt USD 5.000–10.000 Investition.
Verwandte Begriffe
Qualifikation
Lottery (Lotterieverfahren)
Zufällige Startplatz-Vergabe bei extrem überanmeldeten Events. Beispiele: UTMB (Hauptrennen), Berlin Marathon, London Marathon, Western States 100. Bewerbung in einem festgelegten Fenster, Auslosung 1–2 Wochen später.
UTMB: braucht zusätzlich UTMB-Index-Punkte. Berlin Marathon: erhöhte Chance bei mehrmaliger Bewerbung. Tipp: parallel zu Lottery auch alternative Events anmelden — sonst steht das Trainingsjahr leer da.
Verwandte Begriffe
Strategie
Negative Split
Die zweite Renn-Hälfte schneller laufen als die erste. Klassische Marathon-Pacing-Strategie: erste 21 km mit 5–10 sec/km langsamer als Zielpace, dann schrittweise steigern.
Vorteil: kein Bonk in den letzten 10 km, mentaler Vorteil durchs Überholen. Nachteil: braucht Disziplin am Anfang, wenn alle losschiessen. Studien: die Top-3 bei Marathon-Weltmeisterschaften laufen fast immer Negative Split.
Verwandte Begriffe
Strategie
Pace-Group / Pacer
Gruppen, die mit gleichmässigem Tempo eine bestimmte Zielzeit anpeilen. Bei grossen Marathons gibt es Pacer mit Ballon oder Schild (3:00, 3:15, 3:30, 3:45, 4:00). Du kannst dich dranhängen und brauchst nicht selbst aufs Tempo achten.
Faustregel: Pacer-Gruppe wählen, die 5–10 min schneller ist als deine Zielzeit — du fällst sowieso etwas zurück. Bei der 3:30-Gruppe sind oft 50–100 Läufer dabei, gute Mitläufer-Stimmung. Pace-Groups meist mit Negative-Split-Strategie.
Verwandte Begriffe
Performance
PB / PR — Personal Best / Personal Record
Deine schnellste Zeit auf einer bestimmten Distanz. Wird typischerweise pro Distanz dokumentiert: 10k-PB, Halbmarathon-PB, Marathon-PB. Gibt deinem Training Sinn — Vergleich mit dir selbst, nicht mit anderen.
Realistisch: PB lässt sich um 1–3 % pro Jahr verbessern, ab 5 Jahren Lauferfahrung deutlich weniger. Ein Marathon-PB pro Jahr ist schon ambitioniert. Aufschreiben, datieren — ohne Tracking kein Trend.
Verwandte Begriffe
CH-Events
Patrouille des Glaciers (PdG)
Legendärstes Skitouren-Rennen der Welt. Im Team zu dritt, von Zermatt nach Verbier (Z1: 53 km, +3.994 hm) oder von Arolla nach Verbier (Z2: 26 km, +1.881 hm). Von der Schweizer Armee organisiert, alle 2 Jahre (gerade Jahre).
Anmeldung via Lotterie. Pflicht-Material lang (LVS, Pickel, Steigeisen, Klettergurt). Vorqualifikation durch andere Skitouren-Rennen empfohlen. Anspruchsvollster Massen-Wettkampf der Schweiz — Vorbereitung 9–18 Monate.
Verwandte Begriffe
Strategie
Race-Day-Plan
Detaillierter Ablauf des Wettkampftages. Beinhaltet: Aufstehzeit (3–4 h vor Start), Frühstück (300–500 kcal kohlenhydratlastig), Anreise mit Zeitpuffer, Warm-up 20–30 min vor Start, Verpflegungs-Strategie pro Stunde, Pacing-Strategie pro Etappe.
Goldene Regel: am Race-Day NICHTS Neues — kein neues Frühstück, kein neuer Schuh, kein neues Gel. Alles im Training mehrfach getestet. 90 % aller DNFs gehen auf einen Race-Day-Fehler zurück, der im Training nie passiert wäre.
Verwandte Begriffe
Logistik
Startnummer-Ausgabe
Abholung der Startnummer, Chip und Race-Bag, meist auf der Expo 1–3 Tage vorher. Pflicht-Vorlage: Ausweis + Anmelde-Bestätigung. Manche Events erlauben Race-Day-Pickup, aber mit Stress-Risiko.
Startnummer vorne auf Brust oder Shirt befestigen (4 Sicherheitsnadeln, ein Race-Belt ist bequemer). Chip nicht knicken. Beim Triathlon kommen mehrere Nummern: Velo, Helm, Trikot, Wechselzonen-Bag — alle vorher anlegen.
Verwandte Begriffe
Wertung
Seeding (Startblöcke)
Einteilung in Startblöcke nach erwarteter Endzeit. Bei Anmeldung Zielzeit angeben — sonst landest du im hinteren Block und verlierst 5–10 Minuten Brutto-Zeit am Start.
Faustregel: ehrliche Zielzeit angeben. Wer absichtlich zu schnell rein-seedet, behindert schnellere Läufer. Wer zu langsam rein-seedet, muss überholen. Bei den meisten Marathons öffnet sich der Block 15–20 min vor Start — wer früher reingeht, sichert sich einen guten Platz.
Verwandte Begriffe
Training
Tapering
Geplante Trainings-Reduktion in den letzten 2–3 Wochen vor dem Event. Wochen-Volumen schrittweise senken: Woche −3 (90 %), −2 (70 %), −1 (50 %). Intensität bleibt — kurze Tempo-Reize verhindern Form-Verlust.
Goldene Regel: Tapering ist mental hart („Ich fühle mich beim Joggen schwer!"), körperlich aber notwendig. Studien (Mujika 2003): 2-Wochen-Taper bringt 2–6 % bessere Performance. Bei Ultra-Distanzen 3 Wochen Taper.
Verwandte Begriffe
Strategie
Zielzeit-Strategie
Realistische Zielzeit basiert auf aktuellen Trainings-Daten. Faustformel Marathon: 21k-Bestzeit × 2 + 5–15 min (je nach Trainings-Niveau). Daniels' VDOT-Tabelle gibt feinere Schätzung pro Distanz.
Drei Ziele setzen: A-Ziel (alles passt = PB), B-Ziel (realistisch = solide Zeit), C-Ziel (Finish unter Cut-Off). Wer nur ein A-Ziel hat, geht bei kleinem Problem mental kaputt. Drei Ziele = drei Optionen.
Verwandte Begriffe
Qualifikation
UTMB-Index
Performance-Wert für Trail-Running (0–1.000), berechnet aus deinen letzten 24 Monaten Wettkampf-Ergebnissen. Wird von der UTMB-Familie für Qualifikationen und Seeding genutzt — auch ausserhalb von UTMB.
Für UTMB-Anmeldung brauchst du eine bestimmte Mindest-Punktezahl plus Lottery-Glück. Je höher dein Index, desto vorne dein Startblock und desto realistischer der UTMB-Start. Schweizer Qualifikations-Rennen: Eiger Ultra, Swiss Peaks, Sierre-Zinal.
Verwandte Begriffe
Disziplinen
Ultra-Distanz
Alles > Marathon-Distanz (42,195 km Laufen, 180 km Velo). Klassisch: 50 km, 80 km, 100 km, 100 Meilen (161 km), Multi-Day-Events (250 km in 6 Etappen). Im Velo: Audax 200/400/600/1.000 km.
Ultras sind nicht „länger Marathon laufen". Andere Welt: Verpflegung wird zur Wissenschaft, Schlaf-Management bei >24 h-Events, Magen-Probleme statistisch häufigster DNF-Grund. Vorbereitung: 12–18 Monate für Erstes 100k, mit Marathon-Basis.
Verwandte Begriffe
Events
World Marathon Majors (WMM)
Die sechs grössten Marathons der Welt: Tokio (März), Boston (April), London (April), Berlin (September), Chicago (Oktober), New York (November). Plus geplant: Sydney und Kapstadt ab 2027.
Wer alle sechs finisht, erhält den Six-Star-Finisher-Status — Lebensziel vieler Hobby-Marathonisten. Anmeldung: Boston via Qualifikation, andere via Lottery oder Charity-Plätze (CHF 3.000–5.000 Spende). Total-Investition für alle sechs: CHF 30.000–50.000 über 6–10 Jahre.
Verwandte Begriffe
Triathlon
Wechselzone (Tri T1 + T2)
Zwei Wechsel im Triathlon: T1 (Schwimmen → Velo, Helm anziehen ist Pflicht vor dem Velo-Anfassen!), T2 (Velo → Laufen, Schuhe wechseln). Bei einem 4-stündigen Olympia-Triathlon entscheiden 2–4 Minuten Wechselzeit oft über AK-Platzierungen.
Box-Setup üben: Velo am Steigbügel, Helm offen drauf, Schuhe daneben, Brille / Riegel / Trinkflasche bereit. Vor dem Start Wechselzonen-Walk-Through machen: Wo ist meine Box, wo geht's raus, wo geht's wieder rein.
Verwandte Begriffe